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  08. Dezember 2019

Shenzhen, China – Die High Tech Metropole des Fernen Ostens

Shenzhen Tour 1

Publiziert von Samuel Schnyder, CMO arcade solutions ag

Um neue Inputs und Impulse für die Zukunft der Informations- und Kommunikationstechnologie einzufangen, verschlug es mich nach Asien in die dortige Wiege der ICT-Innovationen. Nach einigen Tagen in der zurzeit unruhigen Finanz- und Wirtschaftsmetropole Hongkong führte mich die Reise in Chinas Silicon Valley rund um die technologische Megacity und UNESCO „City of Design“ Shenzhen. Auch wenn Hongkong sicher immer einen Besuch wert ist, war es am Ende eher Shenzhen, das nachhaltige Eindrücke hinterliess – als technische Hauptstadt des Fernen Ostens.

Hong Kong StreetHong Kong

Impulse für die ICT der Zukunft

Ein Beispiel für die immense Präsens der Tech-Entwicklungen in Shenzhen ist der Huawei Headquarter Campus mit seinen 30.000 Mitarbeitern. Hier werden nicht nur die Technologietrends von morgen im Bereich Consumer Devices (Smartphones, Tablets usw.) gesetzt. Der Konzern ist weltweit führend in den Bereichen Carrier-Equipment (Mobile, FTTx, DWDN), bietet aber auch Unternehmenslösungen wie Cloud Computing, Künstliche Intelligenz, IOT, Storage und Netzwerk.

Bei meinen Besuchen konnte ich neue Erkenntnisse über die Aufgaben, Herausforderungen und Pläne der Carrier in der Schweiz, in Europa und weltweit gewinnen. Darüber hinaus wurden natürlich Schlüsseltechnologien wie beispielsweise 5G, FTTH, WIFI6 und AI thematisiert – Tage voller Inputs und Inspirationen.

Technologie von morgen

Inspirierend war zudem die Präsentationen verschiedener Smart Energy Solutions, welche hier für Smart Cities entwickelt werden. Hier reicht das Spektrum von energieeffizienten Datacentern oder LTE-Basisstationen, über effiziente AI Chipsets für Überwachungskameras bis zu SuperPower Ladestationen für die eMobilität.

Dass das Thema eMobiliät in China bzw. speziell in Shenzhen aktiv vorangetrieben wird, zeigen die PowerStations der Taxi-Gesellschaft, an der gleichzeitig rund 500 Fahrzeuge tanken. Hierzu muss man wissen, dass in Shenzhen die gesamte Flotte innert kurzer Zeit von 17.000 Bussen sowie 21.000 Taxis auf eMobilität umgestellt wurde. Sehr eindrucksvoll.

Vor vierzig Jahren noch ein Dorf

Dass die Stadt Shenzhen vor vierzig Jahren noch ein Fischerdorf mit 30.000 Einwohner war, ist angesichts ihrer beeindruckenden Entwicklung kaum zu glauben. Austausch, Input und Inspiration sind in dieser Stadt unausweichliche Faktoren. Entgegen meiner eingeprägten Wahrnehmung über das offenkundige Kopier-Gen der Chinesen sind Forscherdrang und der Wille auf Technologieführerschaft hier immer greifbar.

Shenzhen Tour

Dongguan – Geburtsstätte von echten ICT-Innovationen

Im Anschluss an die beiden Tage in der Technologiemetropole Shenzhen reiste ich in das ca. 60 km entfernte Dongguan. Dort befinden sich - in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer der vielen Foxconn-Produktionsstätten – die Produktion von Huawei mit rund 30.000 Mitarbeitern, deren brandneues Cloud-Datacenter sowie der neun Quadratkilometer grosse R&D Campus, der als „Ox Horn Campus“ erst vor wenigen Monaten den Betrieb aufgenommen hat.

Cloud Data Center

Cloud Datacenter in Rekordzeit

Ein weiterer Beleg für die „Power“ Chinas ist die Art und Weise, wie Huawei das erste von sieben Modulen des eigenen Cloud-Datacenters in Containerbauweise in einer rekordverdächtigen Zeit aus dem Boden gestampft hat. Jedes Modul hat fünf Stockwerke und separate Energie/Notstrom/Kühl-Anlagen mit ca. acht Megawatt Leistung.

Produktion: Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Für mich persönlich etwas überraschend wird in der hochmodernen Produktionsstätte nach neusten japanischen Produktionsmethoden des Toyota Vorbilds produziert. Jede Sekunde verlassen hier beispielsweise sieben Smartphones die Produktionsstrasse, das sind über 220 Mio. Geräte pro Jahr.

Um Ineffizienzen und Fehler zu vermeiden, setzt der Technologiekonzern nicht nur auf modernste Produktionslinien und Roboter, sondern auch auf besondere Massnahmen bei den Mitarbeitenden. So gibt jede Person zu Beginn ihrer Tagesschicht ihre Tagesform und Gemütslage an. Fühlt sich jemand an einem Tag nicht gut, wird darauf Rücksicht genommen und ihr eine unkritische Arbeit zugeteilt.


Fabrik GeländeBlick auf die Produktionshallen

Ox Horn Campus – Geburtsstätte der Innovationen und architektonische Kopie Europas

Eines der Highlights der Reise war für mich der neue „Ox Horn Campus“, der Ort, an dem Telekom- und ICT-Innovationen von morgen geboren werden. Architektonisch ist der R&D Campus ein weltweites Unikum. Als europäisches Modelldorf am Südufer des Songshan-Sees beheimatet er die aufwendigen Nachbauten von zwölf europäischen Sehenswürdigkeiten beziehungsweise Regionen. Darunter befinden sich die Universität von Paris, das Heidelberger Schloss, die Altstadt von Freiburg und weiteren Attraktionen aus Verona, Burgund, Luxemburg, Oxford, Brügge, Windermere, Bologna, Granada und Krumau an der Moldau. Verbunden sind die zwölf Regionen über zwei Jungfraujoch-Bahn-Linien.

Ox Horn CampusVerona und Heidelberg ein Steinwurf auseinander

Huanqiangbei Market - Alles, was das (elektrotechnische) Herz begehrt

Der Abschluss meiner China-Reise stand dann ganz im Zeichen von Sightseeing und Shopping: Künstlerviertel, Fake-Market und Huanqiangbei - der grösste Elektronikmarkt der Welt. Hier alleine könnte man in Shenzhen Tage verbringen. 

Die Essenz meines ersten und wohl nicht letzten Aufenthaltes in dieser Region fasse ich so zusammen: Shenzhen ist geprägt durch einen jungen, modernen Puls, einen innovativen Zeitgeist und den unbändigen Willen zum weltweiten Leader, nicht nur in der Entwicklung und Produktion von ICT-Hardware.
Huanqiangbei Electronic MarketEin Electronic Center von vielen - Huanqiangbei Market
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